
Der Gipfel Poludnica, der am Rand der Niedrigen Tatra liegt, ist wie ein Aussichtsturm für die weite Umgebung. Nach dem Aufstieg eröffnen sich uns Aussichten auf den Grat der Niedrigen Tatra, die Westlichen Tatra und auch einen Teil der Hohen Tatra mit dem majestätischen Kriváň. Beim Blick vom Poludnica entgeht unserem Blick nicht das weite Liptau und Liptau-Mara mit dem fernen Veľký Choč.
Ablauf des Aufstiegs und Interessantes entlang der Route
Gerade wegen dieser ungewöhnlichen Aussichten ist die Poludnica ein so dankbares Ziel für Wanderer. Aber nicht nur deshalb. Während des Aufstiegs werden wir ständig von beeindruckend erhaltener Natur umgeben sein. Wir besuchen die Höhle Kamenné mlieko, in der sich jüdische Flüchtlinge während des 2. Weltkriegs versteckten. Wir statten uns also auch mit einer Beleuchtung aus, falls wir diese etwa 40 Meter lange Höhle erkunden möchten. Die Höhle ist ausreichend breit, also brauchen wir uns nicht zu fürchten.
Mit ihrer Höhe von 1 548 m ü. M. wird die Poludnica für uns eine mittelschwere Wanderung sein. Wir starten in Liptovský Ján beim Hotel Strachanovka und folgen der grünen Markierung 🟢 entlang des Skilifts mit steilem Anstieg. Von hier aus eröffnet sich uns schon zu Beginn ein Blick auf Liptovský Ján und die Westtatra, und wir betreten einen erhaltenen Wald, durch den wir gerne wandern werden.
Die grüne Markierung führt uns bis zur Wegkreuzung, wo wir der gelben Markierung 🟡 folgen. Hier beginnt ein anspruchsvollerer Anstieg, aber eine Überraschung bleibt uns nicht erspart. Bald stoßen wir auf die erwähnte Höhle Kamenné mlieko. Kurz vor dem Gipfel machen wir noch Halt an der Predná Poludnica, die uns Gelegenheit zur Rast und zum Umschauen in die weite Umgebung bietet. Von hier ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum eigentlichen Gipfel, der seinen eigenen Reiz hat.
Für die Rückkehr können wir den ursprünglichen Weg wählen, aber wenn wir die Schönheit der unberührten Natur spüren wollen, können wir dem blauen Wegzeichen zu dem Ort namens Kúpeľ folgen. Unterwegs könnten uns gelegentlich umgestürzte Bäume behindern, aber der Mehrwert werden ungewöhnliche Felswände und Höhlenformationen sein. Schließlich kehren wir auf dem blauen Wegzeichen und durch dichten Wald zur Kreuzung am gelben Wegzeichen zurück, wo wir schon beim Aufstieg waren, und laufen auf dem ursprünglichen Weg hinunter nach Liptovský Ján. Hier können wir uns nach der Wanderung ein leckeres Mittagessen gönnen oder das örtliche heilende Mineralwasser und die Kureinrichtungen zur Regeneration nutzen.
Natürlicher Reichtum
Flora: Botanisches Paradies
Kalkhaltiger Untergrund in Kombination mit großer Höhenspanne schafft Bedingungen für eine außergewöhnlich vielfältige Vegetation:
- Seltene alpine Arten: Im Frühling blüht hier das ikonische slowakische Enzian und Nackte Edelweiß. Im Sommer schmücken die Felsen Alpenmoos und Alpenaster.
- Waldgemeinschaften: Die unteren Abschnitte sind bedeckt mit Buchen-Fichten-Wäldern, die in höheren Lagen zu Kiefern übergehen. Auf den extremen Kalkfelsen wächst Waldkiefer in Form von reliktartigen Kiefern.
- Kronenabschnitt der Bärlappspflanze: Auf dem alleinigen Gipfel der Hinteren Poludnica finden Sie Inseln der Bärlappspflanze, die hier ihre natürliche Grenze erreichen.
Fauna: Königreich der Raubvögel
Das Gebiet Poludnica ist Teil des Nationalparks Niedrige Tatra (NAPANT) und bietet vielen geschützten Tieren ein Zuhause:
- Raubvögel: Felswände sind ein ideales Brutgebiet für den Wanderfalken und den Steinadler. Oft kann man hier Raben beobachten.
- Große Raubtiere: In den tiefen Wäldern der Täler unter Poludnica (vor allem im Iľanovska-Tal) haben sie ihr Territorium brauner Bär und Wolf.
- Gämse: Obwohl Poludnica nicht ihr primäres Zuhause ist, verirren sich gelegentlich einzelne Exemplare vom Hauptgipfel der Niederen Tatra hierher.
💡Interessante Tatsache: Wie entstand der Name Poludnica?
Der Name Poludnica wurde von den ursprünglichen Bewohnern von Liptov erfunden und hat einen interessanten Ursprung, der mit einem natürlichen Phänomen verbunden ist – den Sonnenuhren.
- Als die Sonne aufging und direkt über dem Gipfel dieses Hügels schien, wussten die Einheimischen, dass es genau Mittag (Mittagszeit) war.
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